Die Panikstörung (mit/ohne Agoraphobie)
Panikstörung – Wenn Angst plötzlich überwältigend wird
Panikstörung – Was ist das?
Eine Panikstörung ist durch wiederkehrende, plötzlich auftretende Panikattacken
gekennzeichnet. Diese beginnen meist ohne erkennbare Vorwarnung und erreichen innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt.
Viele Betroffene erleben die erste Panikattacke als äußerst bedrohlich und befürchten einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder einen anderen medizinischen Notfall.
Typische Symptome sind Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Zittern, Schwitzen,
Engegefühl in der Brust, Übelkeit, Kribbeln, Hitze- oder Kälteschauer sowie das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren oder sterben zu müssen.
Auch wenn sich eine Panikattacke sehr bedrohlich anfühlt, ist sie medizinisch in der Regel ungefährlich. Die Beschwerden entstehen durch eine starke Aktivierung des körpereigenen Alarmsystems.
Wie entsteht eine Panikstörung?
Unser Gehirn besitzt eine Art Alarmsystem, das uns in gefährlichen Situationen schützen soll. Bei einer Panikstörung reagiert dieses Alarmsystem jedoch zu empfindlich. Körperliche Empfindungen werden als gefährlich interpretiert. Dadurch entsteht ein Teufelskreislauf:
Körperliche Empfindung → Angst → stärkere körperliche Symptome → noch mehr Angst.
Mit der Zeit entsteht häufig eine 'Angst vor der Angst'. Viele Menschen beginnen dann auch, Situationen zu vermeiden.
Die Verhaltenstherapie zählt zu den wirksamsten Behandlungsmöglichkeiten.
Was hilft bei einer Panikattacke? (beispielhaft)
1. "Psychoedukation" - Machen Sie sich klar, dass das Gefühl ungefährlich ist...
Eine Panikattacke ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Der Alarmzustand geht wieder
vorbei.
2. Beobachten statt bekämpfen...
Achtsamkeit: Nehmen Sie die Angst neugierig wahr: Wo spüren Sie sie? Wie verändert sie sich?
3. Achtsamkeitsübung: 5-4-3-2-1 Übung
Benennen Sie 5 Dinge, die Sie sehen/hören/spüren; 4 Dinge, die Sie sehen/hören/spüren, 3 Dingem doe Sie sehen/hören/spüren... usw
→ Ihr Kopf konzentriert sich nur noch auf diese Übung, Angst lässt nach, Sie bekommen den "Fuß in die Türe"...
4. Ruhig weiteratmen
Atmen Sie etwa 4 Sekunden durch die Nase ein und 6 Sekunden langsam durch den Mund aus.
→ Bauchatmung, um dem Körper/Kopf zu zeigen, dass er in Sicherheit ist.
5. Der ermutigende Gedanke
Eine Panikattacke fühlt sich oft an wie ein Sturm. Ein Sturm ist laut, intensiv und
beängstigend – aber er geht vorüber.
Generell: Mit jedem Mal, in dem Sie die Angst aushalten, ohne vor ihr wegzulaufen, lernt Ihr Gehirn: „Ich bin sicher. Mein Körper hat Alarm ausgelöst, obwohl keine echte Gefahr besteht.“
Hinweis
Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnostik und Behandlung.